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Sechs Monate später

Heute ist es ein halbes Jahr als auch in unserer Stadt die Katastrophe ihren Lauf nahm und das Hochwasser so viel Leid und Zerstörung mit sich brachte. Wenn man Heute durch die Stadt geht, sieht man noch die Spuren auch wenn schon sehr vieles Beseitigt worden ist.

Die allermeisten Geschäfte sind noch immer geschlossen, ich weiß nicht wie viele der Inhaber wieder zurück kommen werden aber bestimmt nicht alle. Von den Wohnungen sieht man nichts, muss man auch nicht wenn die Eigene selbst komplett Zerstört worden ist. Es ist Winter und es ist teilweise ziemlich Kalt und in den letzten Wochen hat es hin und wieder kräftig geregnet. Kälte und Nässe, genau das was die Menschen nicht gebrauchen können und was den noch immer andauernden Wiederaufbau verlängert und zum Stillstand kommen lässt. Wer Handwerker und Material hat, macht weiter wer dies nicht hat..na ja.

Dann gibt es auch die Menschen die alles, wirklich alles verloren haben, ich mag mir gar nicht ausmalen wie sich das Anfühlt, dabei haben wir selbst fast alles verloren. Die Arbeiten in der Stadt werden noch sehr lange dauern und irgendwann beendet sein, die Erinnerungen aber werden bleiben. Jedes mal wenn es kräftiger oder länger Regnet habe ich ein mulmiges Gefühl. Ich sehe immer wieder diese Bilder. Der Bach der zum Strom wurde und mit hohem Tempo durch die Stadt raste und alles Zerstörte was auf seinem Weg lag. Manchmal bilde ich mir ein, das Rauschen des Wassers zu hören. Auch die Bilder der darauf folgenden Tage bin ich vermutlich noch lange nicht los. Alles was man kannte war entweder weg oder lag in Trümmern. 17 Jahre war diese Straße, diese Wohnung unser Zuhause und auch wenn wir schon vorher überlegt haben uns nach einer andern Wohnung umzusehen, so will niemand gehen.

Ich bin fest davon überzeugt das wir sehr viel Glück hatten. Wir wohnten in einer der Seitenstraßen und haben nicht die volle Wucht der Strömung abbekommen bei vielen anderen war das leider nicht so. Wir hatten auch pures Glück recht schnell die neue Wohnung zu bekommen und das uns die Familie und ganz liebe Menschen die wir gar nicht persönlich kennen, sondern nur aus dem Internet, uns verschiedene Weise unter die Arme gegriffen oder einfach „nur“ Zugehört haben. Dafür sind wir sehr dankbar und werden dass nie vergessen. Ihr wisst wer gemeint ist.

In unserer neues Gegend bzw. der Wohnung bin ich persönlich noch immer nicht ganz angekommen, vielleicht kommt dass ja noch.

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